Vom Knochenimplantat bis zum Handy Akku, von der neuartigen Flugzeughülle bis zum biologisch abbaubaren Kunststoff: Jedes neue Produkt beruht auf der extrem interdisziplinären Materialforschung. Dank modernster Methoden in der Mikro- und Nanoanalytik sowie der gesteigerten Simulationsmöglichkeiten hat die Materialforschung in den vergangenen Jahren ordentlich Fahrt aufgenommen – auch an der TU Graz. Dort hat die Erforschung und Entwicklung neuer Materialien einen besonders hohen Stellenwert und ist als Field of Expertise „Advanced Materials Science“ einer von fünf strategischen Forschungsschwerpunkten.
Dass der internationale Fachkongress THERMEC heuer von 29. Mai bis 3. Juni über 1.200 Materialforscherinnen und -forscher aus aller Welt ausgerechnet in Graz versammelt, ist daher kein Zufall. Mit rund 1.000 Vorträgen und Programmpunkten ist die THERMEC eine internationale Spitzenveranstaltung im Bereich moderner Werkstoffe und deren Verarbeitung, die auch bekannte Namen der Materialforschung in die Steiermark lockt: etwa Eduard Arzt, Physiker und Professor für Neue Materialien an der Universität des Saarlandes, außerdem wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Neue Materialien. Er erforscht unter anderem der Natur nachempfundene neue Werkstoffe.
Strukturen verstehen
Christof Sommitsch leitet die Institute für Werkstoffkunde und Schweißtechnik (IWS), sowie Werkstofftechnik und spanlose Produktion und gleichzeitig das Field of Expertise „Advanced Materials Science“ und führt aus: „Wir verschränken die Fachbereiche Physik, Chemie, Maschinenbau und Produktion – allesamt Bereiche, die in der modernen Materialforschung interdisziplinär gefragt sind. Bevor wir bestehende Materialien verbessern und neue Werkstoffe entwickeln können, müssen wir kleinste Bauelemente in ihrem Aufbau und ihrer Funktion analysieren und verstehen. Zukünftige Werkstoffe sind intelligent, adaptiv und maßgeschneidert in den Eigenschaften“. Die großen Themen der heutigen Materialforschung: Biokompatible und biomimetische Materialien, Metallische Gläser und amorphe Materialien, Nanostrukturierte Funktions- und Strukturwerkstoffe, Hochauflösende Analyseverfahren, Additive Manufacturing, Smarte und intelligente Verarbeitungsprozesse.
An der TU Graz ist die Materialforschung im Field of Expertise „Advanced Materials Science“ verankert, einem von fünf strategischen Forschungsschwerpunkten.