Welche Möglichkeiten gibt es, um aus regionalen Rohstoffen konkurrenzfähige und innovative Lebensmittelprodukte herzustellen? Welche chemischen Vorgänge spielen dabei eine zentrale Rolle? Antworten auf diese und ähnliche Fragen aus der Welt der Lebensmittel liefern Vortragende aus Wissenschaft und Praxis ab Oktober 2020 im zweisemestrigen Universitätskurs „Lebensmittelchemie und -technologie“ der TU Graz. Es ist die bereits sechste Ausgabe dieses berufsbegleitenden Weiterbildungsangebots, das 2012 erstmals im Rahmen von TU Graz Life Long Learning startete und seither von mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern genutzt wurde.
„Der Kurs ist vor allem ein Angebot an jene Klein- und Mittelbetriebe aus der Lebensmittelbranche, die im globalen Wettbewerb auf Regionalität setzen und sich vertiefende Kompetenzen in der Entwicklung neuer qualitativ hochwertiger Lebensmittelprodukte aneignen wollen“, erklärt Barbara Siegmund, Forscherin am Institut für Analytische Chemie und Lebensmittelchemie der TU Graz und wissenschaftliche Leiterin des Universitätskurses.
Teilnehmende können Gelerntes gut umsetzen
Der Universitätskurs „Lebensmittelchemie und -technologie“ richtet sich an einen breiten Personenkreis aus der Lebensmittelbranche. Unter den bisherigen Absolventinnen und Absolventen waren „Leute vom Fach“ wie die Gastronomin, der Fleischer, die Lebensmitteltechnikerin oder der Koch, aber auch Personen ohne fachspezifische Ausbildung – etwa aus dem Qualitätsmanagement, dem Marketing oder der Verfahrenstechnik. „Alle profitieren im Wesentlichen davon, dass sie nach dem Kurs ein deutlich besseres Verständnis über Produkte und Prozesse der Lebensmittelindustrie haben“, so Siegmund.
Inhaltlicher Bogen ist weit gespannt
Der Universitätskurs besteht aus vier Modulen, aufgeteilt auf sieben Zweitagesblöcke und einen Dreitagesblock. In Modul 1 wird Basiswissen aus der Lebensmittelchemie, Lebensmittelanalytik und der Mikrobiologie vermittelt. Modul 2 widmet sich lebensmitteltechnologischen Grundlagen zur Herstellung, Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln. Modul 3 umfasst weitere Aspekte aus der Lebensmittelindustrie wie die Qualitätskontrolle, die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln oder das Lebensmittelrecht. Alle diese drei Module können auch einzeln gebucht und absolviert werden. Der Universitätskurs selbst wird mit Modul 4 abgeschlossen, bei dem die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer heimische Betriebe besuchen und Fallstudien ausarbeiten.
Fördermöglichkeit für steirische Betriebe
Die Teilnahmegebühren betragen 4.300,00 EUR für den gesamten Kurs bzw. je 1.300,00 EUR für die Module 1 bis 3. Im Preis sind die Kursunterlagen, Pausengetränke und Kosten für die Exkursionen enthalten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steirischer Klein- und Mittelbetriebe können bei der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) um eine Förderung im Rahmen der Förderlinie „Erfolgs!Kurs“ ansuchen. Informationen dazu sind unter www.sfg.at/f/weiterbildung nachzulesen. Kursdetails finden sich unter www.tugraz.at/go/LLL-LMCT.